DIE WÖLBUNG DER HÄNDE


Skulptur Teil der Europäischen Friedensstraße
Feier zur Deutschen Einheit im Schatten des Kunstwerks auf dem Autobahnparkplatz wo einst die innerdeutsche Grenze war.
Von Dirk Fochler 

Zum 20. Jahrestag der Deutschen Einheit wurde gestern die auf dem Helmstedter Autobahn-Rastplatz Waldkater stehende Skulptur "Le Voute des Mains" in die "Europäische Skulpturenstraße des Friedens" aufgenommen.
Das Denkmal symbolisiert die Einheit der ehemals getrennten deutschen Staaten.
Dass die 50 Tonnen schwere Monumentalskulptur der gewölbten Hände, die direkt an der ehemaligen innerdeutschen Grenze steht, nun Teil der von der Normandie bis Moskau verlaufenden europäischen Friedensstraße ist, geht auf die Initiative von Kunstprofessor Leo Kornbrust zurück. "Durch eine Kette von Skulpturen sollen unübersehbare Zeichen des friedlichen Zusammenlebens der Völker Europas geschaffen werden", betonte Kornbrust. 

Helmstedts Bürgermeister Heinz-Dieter Eisermann erinnerte in seinem Grußwort an die Bedeutung von Mahnmalen wie "Le Voute des Mains" oder den Sinn des Tages der Deutschen Einheit. "Wir müssen immer wieder an die Tragödien im geteilten Deutschland erinnern und dürfen sie nicht vergessen", erklärte Eisermann.
Die Kultur- und Kultusministerinnen aus Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, Johanna Wanka und Brigitta Wolf, erinnerten an die friedliche Revolution, mit der die beiden deutschen Staaten vor 20 Jahren wieder vereint wurden. "Es ist eine Mauer gefallen, die eigentlich als unumstößlich galt. Beton wurde regelrecht pulverisiert", umschrieb Wolf den Vorgang.
Für Wanka, die aus Merseburg stammt, und nun in Niedersachsen dem Kulturministerium vorsteht, war es seinerzeit keineswegs selbstverständlich, dass die Wiedervereinigung ohne Blutvergießen ablaufen sollte. "Der entscheidende Moment war der 9. Oktober 1989. Da wollte die DDR-Regierung die angesetzte Montagsdemonstration eigentlich mit Gewalt verhindern. Doch trotz des Verbots der Demonstration gingen damals 70 000 Menschen in Leipzig auf die Straße. Das war der Durchbruch", stellte Wanka fest. 

Dass die Skulptur des französischen Künstlers Josep Castell vor 15 Jahren in Helmstedt direkt an der ehemaligen innerdeutschen Grenze aufgestellt werden konnte, ist der Initiative des Helmstedter Ehrenbürgermeisters Hans-Otto Kieschke und des finanziellen Engagements von Privatleuten und Firmen zu verdanken.